Anaerober Stoffwechsel

Anaerober Stoffwechsel

Anaerober StoffwechselBei diversen Diäten, wie beispielsweise der Stoffwechseldiät, wird viel über unseren Stoffwechsel, auch Metabolismus genannt, gesprochen. Dadurch ergibt sich das Bild, dass es sich beim Stoffwechsel um einen einzigen Vorgang handelt. Die Wahrheit ist aber, dass man dabei unter einer Vielzahl an Vorgängen unterscheidet- anaboler, kataboler, aerober und anaerober Stoffwechsel sind dabei wichtige Begriffe.
Was nun genau hinter diesen Begriffen steckt, ist teilweise sehr komplex, aber dennoch einfach zu verstehen. Was ist nun also ein anaerober Stoffwechsel?

Was genau ist das?

Für die Gesamtheit der Tätigkeiten, die täglich in unserem Körper ablaufen (Versorgung der Organe, Bewegung, usw.) braucht unser Körper Energie.
Diese Energie müssen wir unserem Körper zur Verfügung stellen, indem wir ihm Nahrung zuführen.
Ein anaerober Stoffwechsel wandelt Glucose ohne Sauerstoff in Energie um, wobei ausschließlich Blutzucker verwendet wird, wohingegen beim aeroben Stoffwechsel Blutzucker und Fette als Energielieferanten dienen.
Die für ein Training benötigte Energie wird aber nicht direkt aus der zugeführten Nahrung, sondern aus den ATP Depots im Körper bezogen.
ATP steht für Adenonsontriphosphat, und ist in den Körperzellen gespeichert.

Um möglichst viel ATP herzustellen, ist ein aerober Stoffwechsel wichtig, denn ist genügend Sauerstoff im Blut, werden Kohlenhydrate und Fett in Kohlendioxid umgewandelt. Dabei wird Wasserstoff freigesetzt, welches zu Wasser verbrannt wird. Die dabei gewonnene Energie wird anschließend als ATP gespeichert.
Für eine optimale Trainingsleistung ist ein ständiger ATP Nachschub wichtig, denn die Menge an Adenonsontriphosphat in den Muskelzellen reicht bei starker Beanspruchung nur für drei Kontraktionen aus. Braucht der Körper mehr Sauerstoff als zur Verfügung steht, so wird der aerobe Stoffwechsel anaerob.

Wann kommt es zu welchem Stoffwechsel?

Den anaeroben Stoffwechsel anregenBei normalen Tätigkeiten und gemäßigtem Training kommt der aerobe Stoffwechsel in Gang. Kommt es zu einer vermehrten Belastung, so tritt ein anaerober Stoffwechsel in Kraft.
Wenn der aerobe Stoffwechsel in Gang ist, so wird das ganze Herz-Kreislauf-System trainiert, und Fett verbrannt. Herz und Lunge werden gestärkt, und die gesamte Muskulatur gut durchblutet.
Blutzucker und Fett werden mit Sauerstoff abgebaut.

Wird die Belastung höher, und steht dem Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff zur Verfügung, so schaltet der Körper auf einen anaeroben Stoffwechsel um. Hier werden vor allem die Muskeln trainiert, und weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit, wie beispielsweise im Bezug auf das Herz-Kreislauf-System, beziehungsweise die Fettverbrennung sind sehr begrenzt.
Ein anaerober Stoffwechsel sollte also so gut wie möglich vermieden werden.

Ein Beispiel bezüglich der Praxis soll diese Vorgänge verdeutlichen:

Laufen- wenn Sie in mäßigem Tempo laufen, so hat der Körper im Normalfall genügend Sauerstoff für aerobe Stoffwechselprozesse zur Verfügung.
Laufen Sie aber schneller, so verbrauchen Sie mehr Sauerstoff, und der Stoffwechsel wird anaerob- Kohlenhydrate werden auch ohne Sauerstoff abgebaut. Als Abfallprodukt dieses Vorgangs wird Laktat (Milchsäure) freigesetzt. Diese Milchsäure muss in Leber und Nieren abgebaut werden, und dient dem Herzmuskel sozusagen als Brennstoff. Wenn die Laufintensität aber zu hoch ist, so kann nicht mehr das gesamte Laktat abgebaut werden, sammelt sich in den Muskeln an, und macht diese sauer.

Ist das gesund oder ungesund?

Ist dieser Stoffwechsel gesund?Grundsätzlich ist es empfehlenswert so zu trainieren, dass der Stoffwechsel mit Hilfe von Sauerstoff die Kohlenhydrate abbaut, also aerob ist.
Dadurch werden die Organe gut versorgt, und noch dazu Fett abgebaut.
Dies zu erreichen ist das Hauptziel eines Ausdauertrainings.
Entschließen Sie sich dazu, mit einem Training zu beginnen, so sollten Sie es langsam angehen.
Zu Beginn reichen eine halbe bis dreiviertel Stunde Laufen, Schwimmen oder Radfahren bei mäßigem Tempo aus. Beginnen Sie zu schnell, so werden wird ihr Körper überbeansprucht und saure Muskeln sind die Folge.
Dreimal wöchentlich eine einfache Trainingseinheit reicht aus, um die Kapazität zu erhöhen.
Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich kontinuierlich. Denn umso besser der Körper trainiert ist, umso länger kann er im aeroben Zustand funktionieren.

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